Sehr geehrter Herr Bürgermeister Anders,
die Parksituation durch Flughafenparker im Stadtteil Tiefenbroich verschärft sich weiterhin. Der hohe alltägliche Parkdruck führt dazu, dass Fahrzeuge zunehmend so abgestellt werden, dass die erforderliche Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern unterschritten wird. Was für normale Pkw oft noch passierbar erscheint, kann für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Ratingen zu einer unüberwindbaren Barriere werden.
So kam es beispielsweise am Sonntag, den 18.10.2026, gegen 17:30 Uhr bei einem Hallenbrand in der Hubert-Wollenberg-Straße 11 nach vorliegenden Berichten zu erheblichen Behinderungen der Brandbekämpfung durch ordnungswidrig abgestellte Fahrzeuge im Bereich des Löschangriffs. Bei zugeparkten Straßen müssen die Einsatzkräfte bei einem Alarm zeitaufwendig rangieren, zurücksetzen oder blockierte Straßen komplett umfahren. Damit geht im Ernstfall wertvolle Zeit verloren. Bei einem Wohnungsbrand oder einem medizinischen Notfall können wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden.
Insbesondere im Bereich der Elisabethstraße kommt es durch die dort ansässige Erlebnisgastronomie sowie durch Flughafenparker immer wieder zu erheblichem Parkdruck. Eine weitere problematische Stelle befindet sich im Kreuzungsbereich Alter Kirchweg/Am Feldkothen. Dort führt das Abstellen zahlreicher Kundenfahrzeuge eines Kfz-Reparaturbetriebs im öffentlichen Verkehrsraum zu einer erheblichen Verengung des Kreuzungsbereichs. Gemäß § 12 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Parken an engen und unübersichtlichen Straßenstellen unzulässig.
Durch Testbefahrungen mit den örtlichen Einsatzfahrzeugen des Löschzugs Tiefenbroich könnte eine praxisnahe Erfassung der bestehenden Engstellen und Behinderungen erfolgen. So kann sichergestellt werden, dass mögliche Maßnahmen gezielt dort ansetzen, wo die Einsatzkräfte im Alltag behindert werden. Die Gewährleistung freier Rettungswege dient dabei sowohl dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger als auch der Sicherheit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte.
Wir beantragen daher, dass die Verwaltung
eine umfassende Prüfung der engen und dicht beparkten Wohnstraßen und Sackgassen im Ausrückebereich des Löschzugs Tiefenbroich der Feuerwehr Ratingen durchführt. Dabei soll insbesondere geprüft werden, wo die erforderliche Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern für Einsatzfahrzeuge regelmäßig unterschritten wird.
folgende bekannte Engstellen im Stadtteil Tiefenbroich vorrangig betrachtet:
Elisabethstraße
Alter Kirchweg
Einmündungsbereich Sohlstättenstraße/Zur Heide, insbesondere unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch die dortige Mittelinsel.
Weitere kritische Straßenzüge sollen in enger Abstimmung mit dem Löschzug Tiefenbroich der Feuerwehr Ratingen identifiziert werden.
zeitnah Testbefahrungen mit Einsatzfahrzeugen des Löschzugs Tiefenbroich durchführt, um mögliche Behinderungen und erforderliche Rangiervorgänge unter realen Bedingungen zu dokumentieren. Diese Testfahrten sollen möglichst auch in Zeiten hohen Parkdrucks, beispielsweise während der Ferienzeiten, stattfinden.
auf Grundlage der Prüfungsergebnisse einen Maßnahmenkatalog erarbeitet und diesen im ersten Quartal 2027 im Bezirksausschuss Tiefenbroich vorstellt.
den ruhenden Verkehr in den identifizierten Problemzonen durch den kommunalen Ordnungsdienst verstärkt und gezielt kontrolliert.
eine gezielte Informations- und Sensibilisierungskampagne, beispielsweise unter dem Motto „Tiefenbroich hält Rettungswege frei!“, prüft, um die Bürgerinnen und Bürger für die Bedeutung freier Rettungswege zu sensibilisieren.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Heins, Fraktionsvorsitzender
Ina Bisani, Ratsmitglied
Wolfgang Diedrich, Ratsmitglied
Joachim Herbrand, Sachkundiger Bürger
