„Die Verbindung nach Düsseldorf ist eine unserer wichtigsten Radverkehrsachsen und wird durch den zunehmenden Pendlerverkehr künftig noch stärker beansprucht werden. Gleichzeitig erleben wir heute schon, dass die vorhandenen Wege an vielen Stellen nicht ausreichend dimensioniert sind. Wenn wir mehr Menschen für das Fahrrad im Alltag gewinnen wollen, müssen wir ihnen auch eine sichere und komfortable Infrastruktur anbieten. Genau da wollen wir mit unserem gemeinsamen Antrag ansetzen“, erklärt Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Konkret sollen die Stadt Ratingen und Straßen.NRW gemeinsam prüfen, wie die Verbindung entlang der L455 zeitnah verbessert werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beseitigung bestehender Gefahrenstellen und die Schaffung einer ausreichend breiten Wegeführung für Fußgänger und den Radverkehr in beide Richtungen. Die Antragsteller legen dabei besonderen Wert auf Lösungen, die möglichst kurzfristig, wirtschaftlich und ohne umfangreiche bauliche Eingriffe umgesetzt werden können.

 „Die vorliegende Machbarkeitsstudie zeigt uns deutlich, welches Potenzial diese Verbindung besitzt. Wir sollten deshalb nicht erst auf die Umsetzung einer vollständigen Veloroute warten, sondern bereits heute prüfen, welche Verbesserungen mit überschaubarem Aufwand möglich sind. Gerade bei einer so wichtigen Pendlerstrecke muss es darum gehen, bestehende Gefahrenstellen möglichst schnell zu entschärfen“, betont Ute Meier, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

 Möglichkeiten dafür sehen die Antragsteller unter anderem in den vorhandenen Grün- und Randstreifen entlang der Landesstraße. Durch deren teilweise Nutzung könnte zusätzliche Breite für einen leistungsfähigen Zweirichtungsradweg gewonnen werden. Auch eine Verlegung der Fußwegeverbindung hinter die bestehende Baumreihe ab dem Ratinger Ortsausgang in Richtung Düsseldorf soll geprüft werden. So könnten Fußgänger und Radfahrer räumlich voneinander getrennt und Konfliktsituationen reduziert werden.

 „Wir haben entlang der Strecke durchaus Flächen, die bisher nicht für den Radverkehr genutzt werden. Diese Potenziale müssen wir uns genauer anschauen, bevor wir über aufwendige und kostenintensive Umbauten sprechen. Entscheidend ist, dass am Ende eine praktikable Lösung entsteht, die für alle Verkehrsteilnehmer eine spürbare Verbesserung bedeutet“, erläutert Rainer Vogt, Fraktionsvorsitzender der BU.

Eine besondere Herausforderung liegt auch in den unterschiedlichen Zuständigkeiten. Da die Verbindung über die Stadtgrenze hinausführt und mit Straßen.NRW ein weiterer Straßenbaulastträger beteiligt ist, braucht es ein abgestimmtes Vorgehen. Deshalb werden gleichlautende Anträge in den Stadträten von Ratingen und Düsseldorf eingebracht.

 „Radverkehr endet nicht an der Stadtgrenze. Gerade bei einer Verbindung, die täglich von Berufspendlern und Freizeitradlern genutzt wird, müssen die beteiligten Städte und der zuständige Straßenbaulastträger gemeinsam handeln. Es hilft niemandem, wenn einzelne Abschnitte verbessert werden, die problematischen Stellen dazwischen aber bestehen bleiben. Deshalb ist uns dieser interkommunale Ansatz besonders wichtig“, erklärt Christian Wiglow, Fraktionsvorsitzender der SPD weiterführend.

Neben einer möglichen Verbreiterung der Wege sollen auch die vorhandenen Schutzplanken, die Fahrbahnqualität und die Aufteilung des Straßenraums betrachtet werden. Die dem Antrag beigefügte Fotodokumentation zeigt zahlreiche Stellen, an denen die vorhandene Breite nicht ausreicht oder die Wegeführung unübersichtlich ist. Ziel ist es, diese Schwachpunkte systematisch zu beseitigen, ohne dabei die wirtschaftliche Umsetzbarkeit aus dem Blick zu verlieren.

„Wir brauchen hier keine jahrelangen Planungsdiskussionen über eine Ideallösung, sondern konkrete und finanzierbare Verbesserungen. Wenn wir vorhandene Flächen intelligenter nutzen und einzelne Engstellen mit vergleichsweise geringem Aufwand entschärfen können, ist das ein sinnvoller Weg. Wichtig ist, dass aus der Prüfung anschließend auch zeitnah Maßnahmen entstehen“, betont Dr. Markus Sondermann, Fraktionsvorsitzender der FDP abschließend.

Mit dem gemeinsamen Antrag wollen die fünf demokratischen Fraktionen nun die Grundlage für eine abgestimmte Weiterentwicklung der wichtigen Radverkehrsachse schaffen. Die vorhandene Machbarkeitsstudie liefert dafür bereits eine wesentliche fachliche Grundlage. Nun sollen Stadtverwaltung, Landeshauptstadt und Straßen.NRW gemeinsam ausloten, welche konkreten Verbesserungen entlang der L455 möglich sind.