Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

mit dem Dorfentwicklungskonzept für Eggerscheidt hat die Stadt Ratingen einen Prozess angestoßen, bei dem die zukünftige Entwicklung eines Stadtteils ganzheitlich betrachtet und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert wird.

Wir halten es für sinnvoll, einen vergleichbaren Prozess auch für Homberg anzustoßen. Der Stadtteil verfügt über einen gewachsenen dörflichen Charakter und eine hohe Iden tifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Gleich zeitig stellen sich auch in Homberg Fragen, die für die langfristige Entwicklung des Stadtteils von Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die demografische Entwicklung, Wohnen und Siedlungsstruktur, Mobilität und Verkehr, Nahversorgung sowie der Erhalt und die Weiterentwicklung von Grün- und Freiräumen.

Bereits im Jahr 2021 wurde für Homberg eine entsprechende Vorgehensweise diskutiert. Aus unserer Sicht ist daher jetzt ein guter Zeitpunkt, diesen Gedanken erneut auf zugreifen und einen strukturierten Prozess für die zukünftige Entwicklung Hombergs vorzubereiten. Dabei ist uns wichtig, die Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Vereine, Instituti onen und weiteren Akteure frühzeitig einzubeziehen. Ein Dorfentwicklungskonzept sollte nicht allein eine Bestandsaufnahme darstellen, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort konkrete Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten für die kommenden Jahre entwickeln.
Um diesen partizipativen Ansatz bereits im Titel deutlich zu machen, schlagen wir für den Prozess die Bezeichnung „Zukunftswerkstatt Homberg 2035“ vor.

Wir beantragen daher:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, in Anlehnung an das Dorfentwicklungskonzept Eggerscheidt die Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes für Homberg unter dem Arbeitstitel „Zukunftswerkstatt Homberg 2035“ vorzubereiten.

2. Im Rahmen des Konzeptes sollen insbesondere folgende Themenfelder betrach tet und miteinander verknüpft werden:

  • Bevölkerungs- und Sozialstruktur, insbesondere mit Blick auf den demo grafischen Wandel,
  • Siedlungs- und Bebauungsstruktur einschließlich der Prüfung möglicher weiterer Wohnbaupotenziale unter Berücksichtigung des gewachsenen dörflichen Charakters Hombergs,
  • Grün- und Freiräume,
  • Nahversorgung und örtliche Infrastruktur,
  • Verkehrsstruktur und Mobilität,
  • Klimaschutz und Klimafolgenanpassung einschließlich Hitzeschutz,
  • Energie- und Wärmeversorgung,
  • Stärken und Schwächen sowie daraus abzuleitende Entwicklungsperspektiven für Homberg.

3. Die Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, Institutionen und weitere örtliche Akteure sollen in geeigneter Form frühzeitig und umfassend in den Prozess einbe zogen werden.

4. Die Verwaltung stellt dem BezA8 und den zuständigen Fachausschüssen dar, in welchem zeitlichen und organisatorischen Rahmen die Erarbeitung des Dorfent wicklungskonzeptes unter Berücksichtigung der vorhandenen personellen Kapazitäten erfolgen kann. Ziel soll es sein, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine langfristige Hand lungsorientierung für Homberg zu entwickeln, die den gewachsenen Charakter des Stadtteils berücksichtigt und gleichzeitig Antworten auf die zukünftigen Herausforde rungen gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Heins, Fraktionsvorsitzender der CDU
Ute Meier, Fraktionsvorsitzende des Bündnis 90/Die Grünen