Derzeit sind 620 Flüchtlinge in Ratingen untergebracht. Bei etwas mehr als der Hälfte handelt es sich um sogenannte „Armutsflüchtlinge“ aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Angesichts des starken Anstiegs der Zahlen der Asylbewerber aus Albanien und dem Kosovo sollte der Bund - ebenso wie bei Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien  - über die Einstufung als "sichere Herkunftsländer"  nachdenken, so Meyer. Denn dies trage zu einer Verkürzung der Asylverfahren bei, wie die Zahlen bei den genannten Staaten bereits zeigen. Aber auch eine Straffung der Asylgesetzgebung – schnellere Abschiebeverfahren, wie beispielsweise in Holland - sollte geprüft werden. Darüber hinaus muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sein Personal aufstocken, damit Asylanträge schneller bearbeitet werden. Dies würde helfen, ausreisepflichtige Ausländer, deren Ausweisung in ihre Heimatländer vorübergehend ausgesetzt worden ist, schneller in deren Heimat zurück zu schicken. Gründe, die eine Rückführung zeitweise zu verhindern, sind humanitärer oder auch persönlicher Natur - etwa fehlende Ausweisdokumente, Gesundheitsprobleme oder mangelnde Kooperation der Herkunftsstaaten.   Fakt ist: Die Unterbringung und Verpflegung von Asylbewerbern ist eine originäre Aufgabe der Bundesländer. Wenn die  Landesregierung diese Aufgabe auf die Kommunen überträgt, darf sie Städte und Gemeinden nicht auf einem Großteil der Kosten sitzen lassen. Nicht nur, dass das Geld des Bundes nicht vollständig an die Kommunen ausgezahlt wird, sondern der Protest von 15 Oberbürgermeistern und Landräten - zumeist von der SPD - an die Adresse von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) spricht Bände. „Wenn Erlasse des Landes die Ausweisung abgelehnter Asylbewerber immer weiter erschweren, bringt es auch nichts, wenn der Bund beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge immer mehr Entscheider für die Asylverfahren einstellt“, so die CDU-Chefin. Und weiter: „Das Land NRW ist in der Pflicht!".   Die aktuelle Abschiebepraxis der rot-grünen Landesregierung sei „inakzeptabel und kontraproduktiv“, so Meyer weiter. Jeder Mensch habe in Deutschland das Recht auf ein faires Asylverfahren. Genauso müsse aber auch klar sein, dass nach rechtsstaatlichem Verfahren in Deutschland rechtskräftig und endgültig abgelehnte Asylbewerber auch zügig in ihre Heimat ausgewiesen werden müssen.   Bemerkenswert sei dabei, dass ausgerechnet die rot-grüne NRW-Landesregierung am lautesten den Bund auffordert, er müsse etwas tun, und das, obwohl NRW ohnehin nur einen geringen Teil der Kosten der Kommunen decke. Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland erstatten jeweils 100 Prozent der kommunalen Kosten. Im Fall Ratingens sind es noch nicht einmal 25 Prozent der Aufwendungen, die NRW übernimmt. Die Krankheitskosten trage jede Kommune ohnehin selbst. Damit sei NRW im Ländervergleich Tabellenletzter, wenn es darum gehe, die Kommunen zu entlasten. Die NRW-Pauschale sei mit 514,00 Euro pro Monat und pro Flüchtling ebenfalls äußerst niedrig – nur halb so hoch wie in Baden-Württemberg – und sei bei stark steigenden Flüchtlingszahlen unrealistisch, da dies nicht auf Basis aktueller Flüchtlingszahlen gezahlt werde.   Das Thema der Flüchtlinge wird die Kommunen noch lange beschäftigen und es wird alle Kraft kosten, doch diese Menschlichkeit müsse sich Deutschland und NRW leisten, so die Christdemokratin abschließend.