Kein Kuschelvollzug
Gewalt und Kriminalität werden immer zu unserem Leben gehören. Es sei nur eine Frage wie man damit umgeht, erklärte Bernhard Lorenz, Leiter der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf. Er gewährte Peter Beyer MdB, Dr. Wilhelm Droste MdL und David Lüngen, CDU-Stadtverbandsvorsitzender , einen Einblick in die JVA-Düsseldorf an der Oberhausener Straße in Ratingen.

Die Politiker informierten sich über das Sicherheitskonzept, Resozialisierungsmaßnahmen und tauschten sich mit dem Anstaltsleiter und weiteren Vollzugsbeamten über die anstehende Reform der Sicherungsverwahrung aus. Hinter der gut fünf Meter hohen Außenmauer versteckt sich ein ebenso hoher Drahtzaun mit Stacheldraht. Wer sich diesem nähert, löst Alarm aus und wird von einer der 136 Kameras ins Visier genommen. Die Sicherheitszentrale ist außerhalb des Zauns, damit auch im Falle eines Gefangenenrevolte alles unter der Kontrolle bleibt. Besucher müssen sich einer Leibesvisitation unterziehen, Handy-Detektoren und die Abschirmung von Funknetzen sollen verhindern, dass aus dem Knast heraus unkontrolliert kommuniziert wird. Selbst der Herzschlag einer verirrten Maus würde der Detektor in der Fahrzeugkontrolle anzeigen. Die CDU-Politiker zeigten sich beeindruckt vom Sicherheitskonzept der JVA. Aber auch kritische Töne stimmten sie an, denn die Bedenken in der Ratinger Bevölkerung sind nach wie vor vorhanden. Die drei Politiker wünschen sich eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, um den Menschen die Ängste zu nehmen. Thema war auch das Gefängnis als Wirtschaftsfaktor für die Region. Dieses Argument wurde seinerzeit für den Bau auf Ratinger Boden ins Feld geführt. Jedoch konnte es in dem Gespräch mit Lorenz nicht bestätigt werden. „Die meisten Waren werden zentral beschafft“, erklärte der Leiter der Einrichtung. Auch ein Zuwachs an Arbeitsplätzen in Ratingen konnte nicht verzeichnet werden, wie es die damaligen Befürworter prognostizierten. Lorenz nutze die Gelegenheit und stellte die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im geschlossenen Vollzug vor. So ist es den Gefangenen beispielsweise möglich, ihren Hauptschulabschluss in der JVA nachzuholen, sowie verschiedene Ausbildungsberufe zu erlernen. Auf 5000 Quadratmetern Produktionsfläche finden rund 100 Inhaftierte Arbeit. Diese Maßnahmen sind wichtige Elemente für eine Wiedereingliederung der Täter nach der Verbüßung ihrer Strafe. Die geringen Rückfallquoten geben dem Konzept der JVA Düsseldorf recht. Diese und andere Angebote seien eine effektive Form des Opferschutzes. INFO: In der JVA Düsseldorf sitzen derzeit rund 720 Gefangene ein. 855 Haftplätze gibt es in der Anstalt insgesamt. Die Häftlinge werden von 350 Beschäftigten betreut, dazu gehören Justizvollzugsbeamte, Sozialtherapeuten, Seelsorger, pädagogisches Personal sowie Ausbilder und Verwaltungsangestellte.
