Hintergrund: Im Haupt- und Finanzausschuss ging es um höhere Eintrittspreise für die Ratinger Bäder nach sieben Jahren. In diesem Zusammenhang brachte die BU eben keine Preisanpassung, sondern letztlich den Verzicht auf das Hallenbad ins Spiel, das ja angeblich nur übergangsweise in Betrieb bleiben sollte.
„Das Lintorfer Hallenbad wird bekanntlich ausschließlich und dauerhaft für Schul- und Vereinsschwimmen genutzt – und ist gut ausgelastet. Da auch das Angerbad voll ausgelastet ist, würde eine Schließung voll zu Lasten der Lintorfer, Breitscheider und Höseler Schüler und Vereine gehen“, betonte Ewald Vielhaus weiter.
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte nach sieben Jahren Preiskontinuität eine Erhöhung der Bäderpreise beschlossen. Wie der finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gerold Fahr, in der Hauptausschusssitzung ausführlich begründete, seien im gleichen Zeitraum die Finanzierungsunterdeckungen, die letztlich der Steuerzahler trage, um 19 Prozent gestiegen und würden gerade jetzt durch stark in die Höhe gehenden Energiepreise nochmals steigen.
„Eine Familie mit zwei Kindern wird schon heute durch die Ratinger Bäder indirekt mit über 100 Euro pro Jahr bezuschusst – egal, ob sie das Angebot auch nutzt“, so Gerold Fahr. „Angesichts der Überschreitung der bislang eingehaltenen Linie von 2,5 Millionen Euro Unterdeckung ist ein Gegensteuern unvermeidlich.“
Ratingen ist bei einem überdurchschnittlichen Qualitätsniveau der Bäder immer noch preiswerter als z.B. Hilden oder Duisburg. Düsseldorf kann die derzeit noch günstigeren Preise bieten. Allerdings sind hier die Stadtteilbäder teilweise sehr modernisierungsbedürftig. „Möglich sind die niedrigeren Eintrittspreise unter anderem durch Kürzungen bei den Öffnungszeiten geworden. In Ratingen haben wir diese zeitlichen Beschränkungen nicht“, erläuterte Gerold Fahr, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrates ist. Jedes Einzel-Ticket wird in Ratingen durch den städtischen Haushalt bezuschusst, so dass ein hohes Maß an sozialer Abfederung bereits besteht.
Ewald Vielhaus erklärte abschließend: „Natürlich kann man über die Anpassungshöhe der einzelnen Preise unterschiedlicher Meinung sein. Die völlige Ablehnung der Fraktion der BU ist doch reiner Populismus und stellt mittelfristig unser gutes Bäderangebot und dessen zeitgemäße Ertüchtigung in Frage.“

