CDU: Kinderschutz geht alle an Frühwarnsysteme zum Schutz von Kindern müssen weiter ausgebaut werden, so die Bilanz des Fachgesprächs der CDU Ratingen mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Ratingen (SkF) zum Thema „Frühe Hilfen“.
„Wir dürfen uns nicht erst dann um Kinder kümmern, wenn sie in eine Notlage geraten sind, sondern müssen so früh wie möglich dafür sorgen, dass sie erst gar nicht in Not geraten. Uns muss es deshalb vor allem um jene Kinder gehen, die - aus welchem Grund auch immer - von Geburt an schlechte Startbedingungen hatten“, erklärte die CDU-Vorsitzende Melanie Meyer im Gespräch mit der Vorsitzenden des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF), Natalie Rebs, und der Geschäftsführerin, Therese Wirtz-Dörr. Thema war die Präventionsinitiative „Frühe Hilfen“ zum Schutz des Kindeswohls.

Von etwas mehr als 500 Kindern, die in Ratingen im Jahr geboren werden, nutzen allein knapp zehn Prozent die präventiven Angebote des SkF. Hinzu kommen vielfältige Angebote von Bildungsträgern und Kindertagesstätten, erläuterte Rebs. Koordiniert werde das Angebot durch das Jugendamt. Natürlich sei ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in erster Linie Aufgabe der Eltern, dennoch stellt die Umstellung auf das Leben als Familie und die Bewältigung vielfältiger Aufgaben Eltern vor Herausforderungen, die auch manchmal überfordern könnten. Die „Frühen Hilfen“ unterstützen mit niedrigschwelligen Angeboten insbesondere Familien, die neben den alltäglichen Herausforderungen mit weiteren Belastungen konfrontiert seien. Insbesondere Familien in schwierigen Lebensumständen fänden durch die „Frühen Hilfen“ praktische Unterstützung, etwa bei Familienhebammen oder im Eltern-Kind-Café des SkF, um nur zwei Angebote zu nennen. Armut stelle besonders für Kinder eine Gefahr dar. Es sei nicht nur statistisch und ökonomisch gesehen erschreckend, dass die unter Dreijährigen das höchste Armutsrisiko in unserer Gesellschaft tragen, so Rebs. Alleine in Nordrhein-Westfalen wachsen fast 23 Prozent dieser Altersgruppe in Armut auf. Ratingen sei keine Ausnahme. „Armut, Vernachlässigung und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen als Folge von Überforderung gibt es auch bei uns“, unterstützte Wirtz-Doerr die Ausführungen. Neben alltagspraktischer Unterstützung und Gesundheitshilfe geht es bei den „Frühen Hilfen“ auch um die Förderung der Beziehungs- und Entwicklungskompetenz. Dabei versteht sich die Initiative als ein Netzwerk mit systemübergreifender Zusammenarbeit. In Ratingen wird die Koordinierungsstelle des Netzwerkes von einer Mitarbeiterin des Jugendamtes betreut. Als wertvoll für die Arbeit des präventiven Kinderschutzes schätzten die Fachfrauen das in Ratingen etablierte Elternbegrüßungspaket ein, welches auf Initiative der CDU seinerzeit eingerichtet wurde, weil es eine erste Kontaktmöglichkeit mit jungen Familien sei. Derzeit wird die auf vier Jahre befristete Initiative bis Ende 2015 als Modellprojekt durch den Bund finanziert. Ab 2016 soll es durch einen Fonds aus Bundesmitteln (51 Millionen Euro jährlich) dauerhaft sichergestellt werden. Auf Ratingen entfallen momentan monatlich 2.242 Euro für die Koordinierungsstelle sowie alle weiteren Angebote. „Für ein solches wichtiges Frühwarnsystem eine geringe Summe“, urteilt Meyer, die sich eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes wünscht. Kinderschutz sollte uns alle angehen, so Meyer. Es zeige sich, dass Prävention gelinge, wenn kommunale Präventionsketten vom Kind her gedacht werden und mit dieser Perspektive auf- und ausgebaut werden. Die CDU-Vorsitzende fordert gerade im Präventionsbereich eine vorausschauende Politik auf allen politischen Ebenen, um Chancen- und Bildungsgleichheit für jedes Kind zu garantieren.
