Hintergrund der konkreten Fragen ist auch eine bundesweite Studie der FH Koblenz „Zur Situation des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) im Jugendamt“. „Sie kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass viele Sozialarbeiter in deutschen Jugendämtern Kindern und Familien oft nicht so helfen können“, weiß Sebastian Wladarz, CDU-Ratsmitglied. Zeit, Erfahrung und Wissen fehlten, so dass kein guter Kinderschutz gelingen könne.

Die Studie wurde von der FH Koblenz in Kooperation mit dem Jugendamt Berlin-Mitte durchgeführt und erstreckt sich über den Zeitraum Oktober 2016 bis März 2018. Als Stichprobe für die 13.355 Sozialarbeiter im Bereich ASD haben 652 Mitarbeiter aus 175 Jugendämtern deutschlandweit den Fragebogen mit 120 Variablen in drei Befragungswellen zwischen März und August 2017 ausgefüllt. Zudem wurden vertiefende Interviews mit zwölf Sozialarbeitern aus unterschiedlichen Bundesländern durchgeführt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft ASD fordert seit Jahren, dass sich Vollzeitkräfte des Jugendamtes zum Schutz der Kinder zeitgleich um maximal 35 Fälle kümmern sollten. Die Studie zeigt aber, dass nur in 68 Prozent der Ämter diese empfohlene Obergrenze eingehalten werden kann. „Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht nur mehr Mitarbeiter nötig wären, sondern auch ein Kinderschutzbeauftragter helfen könnte“, erklärt Ewald Vielhaus, CDU-Fraktionsvorsitzender. Zum verstärkten Schutz von Kindern gehören auch bessere Kommunikationsstrukturen zwischen Familiengerichten, Polizei und Jugendämtern sowie eine gesetzliche Fortbildungspflicht für die handelnden Personen.

„Wir müssen auch in Ratingen alles dafür tun, um den Kinderschutz sicherzustellen“, betont Ewald Vielhaus. „Ich hoffe sehr, dass der Bericht weiterbringende Lösungen aufzeigt.“