In einem Brief an Bürgermeister Klaus Pesch weist die CDU-Fraktion ausführlich verschiedene bereits beschlossene und auch von der CDU-Fraktion angeregte Projekte zum Klimaschutz in Ratingen auf und wehrt sich gleichzeitig gegen den Begriff „Notstand“. Damit lehnt die CDU-Fraktion den Antrag von Bündnis 90/ Die Grünen Ratingen und deren Forderungen als unrealistisch ab. „Sprache und Wörter scheinen sich zurzeit zu überbieten“, erklärt Stefan Heins, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender. „Dabei sollte es um eine sachliche Aufarbeitung dieses höchst komplexen Themas gehen. Nachhaltiges Wirtschaften als strategisches kommunalpolitisches Ziel nimmt die gesamte Stadtgesellschaft in die Verantwortung. Dazu gehören Rat, Verwaltung, Unternehmen, Handel, Handwerk, Schulen, Krankenhäuser, gemeinnützige Vereine und Verbände, die Bürger – eben alle, die in unserer Stadt leben.“ Bereits im Jahr 1999 wurde ein sogenanntes Ökokontomodell  für die Stadt Ratingen erstellt. Insgesamt wurde in den folgenden Jahren eine Fläche von 246.961 m² ökologisch hochwertig mit einem neuen Laubwald bepflanzt. Damit wurde ein Guthaben in Höhe von 1.035.344 Ökowertpunkten geschaffen.
Seit 1993 ist Ratingen Mitglied im Klima-Bündnis der europäischen Städte und verpflichtet sich in diesem Zuge zur Reduzierung der Treibhausgas¬emissionen.
Mit der Teilnahme am European Energy Award bekräftigt die Stadt Ratingen seit 2010 diese Absicht und will auch durch besondere Anstrengungen innerhalb der Stadtverwaltung vorbildlich vorangehen und zu klimafreundlichem Handeln motivieren.
Bereits im Jahr 2017 wurde das Klimaschutzkonzept verabschiedet und durch die Einstellung einer Klimaschutzmanagerin im Jahr 2018 in die Umsetzungsphase gebracht. Im Übrigen hat auch die CDU-Fraktion in den letzten Monaten wichtige Anträge zum Klimaschutz  auf den Weg gebracht – unter anderem die Förderung von Dachbegrünungen, Blühstreifen am Rand von Feldern, vermehrte Nutzung von Leitungswasser als Trinkwasser und die damit verbundene Reduzierung  von Plastikmüll und Optimierung des ÖPNV und Bau-/Sanierung von Radwegen in Ratingen als Alternative zum Individualverkehr. „All das sind nur ein paar Beispiele, die jedoch zeigen, dass der Klimaschutz  in Ratingen längst angegangen wird“, betonte noch einmal CDU-Ratsmitglied Klaus Weber. „Natürlich muss Umweltbewusstsein vermittelt und gelernt werden. In diesem Zusammenhang bietet die Stadt ja auch zahlreiche Beratungs- und Informationsangebote an.“ Der Ratinger Stadtrat muss aber bei allem genau unterscheiden zwischen umweltpolitischen Maßnahmen, die auf der kommunalen Ebene und Forderungen, die auf Kreis-, Landes- oder Bundesebene umgesetzt werden müssen. Die CDU-Fraktion lehnt auch den Begriff „Notstand“ ab: „Ein Notstand beschreibt stets eine Situation, in der eine unmittelbare Gefährdungslage vorliegt, die es nach Abwägung der Umstände erlaubt, alle anderen Schutznormen und Interessen einer Gesellschaft unterzuordnen“, macht Stefan Heins deutlich. Das Wort erinnert außerdem an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, in der unter dem Begriff des Notstandes Einschränkungen unabdingbarer Persönlichkeits- und Bürgerrechte und menschenunwürdiges Handeln des Staates gerechtfertigt wurde. „Wir machen diesen inflationären Gebrauch von Worten der Superlative nicht mit und finden ihn unpassend für Ratingen und die Situation des Klimawandels“, das macht Ewald Vielhaus weiter deutlich. Außerdem lehnt die CDU-Fraktion den Vorschlag der „Grünen“ ab, die die Auswirkungen auf den Klimaschutz für sämtliche politischen Beschlussvorlagen als Vorabprüfung fordert, da dies schlicht nicht umsetzbar ist: Wenn zum Beispiel ein Kindergarten neu errichtet wird, müssten zunächst alle Auswirkungen auf das Klima geprüft werden, so dass ein für Ratingen so wichtiger Neubau scheitern könnte. „Außerdem lehnen wir die pauschale und überzogene Forderung nach einer Tempoerhöhung ab“, so Klaus Weber weiter. Abschließend macht Ewald Vielhaus noch einmal ganz deutlich: „Natürlich sieht die CDU-Fraktion die Eindämmung des Klimawandels mit seinen schwerwiegenden Folgen auch für Ratingen als kommunalpolitisches Ziel mit hoher Priorität an. Deshalb werden ja auch die Belange des Klimaschutzes in Ratingen von Verwaltung und Politik seit langem berücksichtigt. Und selbstverständlich gibt es sicherlich noch weitere Maßnahmen, die wir anpacken können.“