Denn gerade dieser Bereich werde zurzeit mit großem Aufwand städtebaulich aufgewertet. Wenn nun hier ausschließlich ein Parkplatz für den Eigenbedarf entstehen würde, wäre dies eine Unternutzung eines wertvollen Grundstücks mitten in der Stadt. Ein baulicher Lückenschluss sei hier notwendig. Und schließlich sei der Bau von Wohnungen in der Innenstadt sowohl stark nachgefragt als auch wirtschaftlich. Der Stellplatzbedarf der Sparkasse könne auch unterirdisch oder auf dem rückwärtigen Grundstücksteil abgebildet werden. Nun soll die Verwaltung das weitere Vorgehen in einem Gespräch mit der Sparkasse klären. 

Auch andere Projekte wurden auf der Sitzung besprochen:  An der Ecke Europaring/Bechemer Straße und Hans-Böckler/ Gartenstraße sollen die ersten Genossenschaftsprojekte für preiswertes Wohnen in der Innenstadt entstehen. Überraschend stellten Juan-Carlos Pulido von der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord und deren Architekt Holger Hartmann ein viergeschossiges, modernes und massives Gebäude vor, dessen Kanten wie bei dem angrenzenden Baudenkmal auf der Bechemer Straße gerundet sind. Außerdem soll das Gebäude, so die Pläne, durch eine Tiefgarage und einen begrünten Innenhof aufgewertet werden. Ein Teil des privaten Grundstücks wird dem öffentlichen Stadtpark an der Stadthalle zugeschlagen.

Nachdem die Stadt Ratingen einen Prozess gegen den verminderten Bebauungsplan verloren hatte, kann nun an dieser Stelle ein recht massiver Baukörper nach dem alten Bebauungsplan entstehen. Die Genossenschaft nutzt die maximale Bebauungsmöglichkeit aber, nach Angaben von Baudezernent Jochen Kral, nicht ganz aus. Der Ausschuss stimmte einstimmig zu. Baubeginn könnte 2018 sein.

Ebenfalls vorbereitet wird der Weg für eine Eckbebauung der WOGERA an der Hans-Böckler-Straße und Gartenstraße. Auf Antrag der CDU-Fraktion beschloss der Bezirksausschuss, dass die Verwaltung hierfür einen erforderlichen Bebauungsplan aufstellen solle. Der dahinter liegende Park könne dann durch Erweiterung um das Grundstück des abzureißenden Hauses Beamtengässchen Nr. 4 zu einem Generationenpark ausgebaut werden und zur Wallstraße hin auf Antrag der Bürger Union um den ehemaligen Stadtgraben zur Wallstraße hin erweitert werden. Die Tiefgarage des Wohngebäudes an der Hans-Böckler-Straße werde um einen öffentlichen Teil unter dem Park erweitert. Mit diesen rund 100 Parkplätzen soll der Wegfall der ca. 200 Stellplätzen nach Abriss des Parkhauses Kirchgasse teilweise aufgefangen werden. Jochen Kral teilte mit, dass die Verwaltung diesem Gesamtpaket aus Errichtung preiswerten Wohnraums, Aufwertung und Erweiterung des Parks und Stadtgrabenreproduktion positiv gegenüberstehe und auf der Basis bestehender Ratsbeschlüsse auch erste Planungsschritte in Angriff genommen habe. Entsprechend könnte 2018 bereits Baubeginn sein.

Auch der Mehrgenerationen-Wohnprojekt auf dem Gelände der Alten Feuerwache geht in die nächste Phase: Der Bezirksausschuss Ratingen Mitte entschied sich, das Wohnprojekt zunächst mit der Gruppe „Wohnen Innovativ in Ratingen“ planerisch fortzusetzen. Diese nämlich konnte mit ihrem Konzept überzeugen und erfüllte die Vorgaben des Stadtrates: Demnach sollen hier Gebäude, in denen Fernwärme genutzt wird, für verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen mit einer Tiefgarage für die Bewohner entstehen. Außerdem könne der Mehrgenerationentreff als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Seniorentreff an der Minoritenstraße integriert werden.

Die Mitglieder des Ausschuss hinterfragten allerdings kritisch, warum der Kaufpreis noch nicht feststehe, und wie dann die Option für den Grundstückserwerb aussehe. Beigeordneter Jochen Kral sicherte zu, dass dies im Rahmen einer nichtöffentlichen Grundgeschäftsvorlage als nächster Schritt abgearbeitet werde. Dennoch werde die Umsetzung noch Zeit benötigen, da sich alle Beteiligten über die Bebauung einigen und weitere Interessenten gewonnen werden müssten.